Textversion
Textversion

Kontakt Impressum

Übersicht aller Karlsfelder Biotope

Die schutzwürdigen Biotope und Naturerlebnisflächen in der Gemeinde Karlsfeld
(Original-Text zur Ausstellung "Natur erleben in Karlsfeld"
von Frau Seidenspinner und Frau Schreiner)



1) Eichinger Weiher und Eichinger Wäldchen
Der Eichinger Weiher oder Eichinger See wurde auf dem Grundstück von Georg Eichinger (Bürgermeister von Karlsfeld von 1945 bis 1960) im Jahre 1936 zur Kiesentnahme für die BMW neben der Würm ausgebaggert und nach dem 2. Weltkrieg größtenteils zugeschüttet. Der verbliebene Rest ist ein Grundwassersee, der vom Wehrstaudenbach in nördlicher Richtung entwässert wird. Dieser Lebensraum wurde inzwischen von der Natur zurückerobert und als Landschaftsbestandteil unter Schutz gestellt. Baden ist hier nicht erlaubt. Trotzdem ist der Weiher ein beliebtes Freizeitziel, wo Wasservögel aus nächster Nähe zu beobachten sind.

Nördlich des Eichinger Sees liegt das Eichinger Wäldchen. Es ist im Privatbesitz der Familie Eichinger und wird als Damwild-Gehege benützt. Vom Spazierweg zwischen dem Eichinger Wäldchen und der Würm kann man die prächtigen Tiere in ihrem Park bewundern. Leider haben sie vom ursprünglichen Auwald nur noch die hohen Bäume übrig gelassen.



2) Waldschwaigsee mit Insel
Der Waldschwaigsee entstand im Jahre 1971 durch Kiesentnahme für die B471. Bis ca. 1945 stand hier der Einödhof Waldschwaige. Das Gelände ist vielfach naturbelassen, der See hat eine Größe von 11 ha. Die Insel im Waldschwaigsee wurde 1975 als Landschaftsbestandteil unter Schutz gestellt. Das Erholungsgebiet Waldschwaigsee ist eine Einrichtung der Gemeinde Karlsfeld. Eine gemeindliche Satzung über das Erholungsgebiet Waldschwaigsee regelt ein verträgliches Miteinander. 1988 wurde das Rettungshaus der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) erbaut, um auch hier für Notfälle gerüstet zu sein. Während am Karlsfelder See der Sportverein unmittelbar benachbart ist, konnte sich am Waldschwaigsee der Karlsfelder Fischereiverein seine Hütte errichten. Hier wird alljährlich der Karlsfelder Fischerkönig ermittelt.



3) Würm
Der Name "Würm" leitet sich von "Wirmina", dem keltischen Wort für "Schnellfließende" ab. Nach dem Ausfluss aus dem Starnberger See (früher Würmsee) durchfließt die Würm, ein Gewässer 1. Ordnung, unterschiedliche Naturräume. Sie speist den Nymphenburger Kanal, den Würmkanal und den Schleißheimer Kanal. Nach fast 40 Kilometern mündet sie bei Dachau in die Amper. Sie treibt dort die Mühle an, die von ihr den Namen hat, die Würmmühle. Bis zur Regulierung der Würm um die Jahrhundertwende veränderte sich die Breite und der Verlauf des Flusses immer wieder. „Eiskanal“ wurde die Würm deswegen genannt, weil man durch die Begradigung erreichen wollte, dass sich im Winter und Frühjahr weniger Eis bilden konnte und das Wasser rascher abfloss.



4) Würmkanal
Durch den Würmkanal, der an der Stadtgrenze zu München-Allach von der Würm in Richtung Nordosten abzweigt, wird ein Großteil des Würmwassers in Richtung Oberschleißheim abgeleitet. Der Würmkanal wurde 1601 gebaut, um die Schwaige Wilhelm V., ein landwirtschaftliches Gut bei Schleißheim, mit zusätzlichem Wasser zu versorgen. 1690/91 ließ Max Emanuel einen neuen, geraden weiter nördlich verlaufenden Kanal bauen. Zusammen mit dem Isar-Schleißheimer Kanal war und ist der Würmkanal Hauptwasserlieferant für die Schlossanlagen von Schleißheim und war früher auch Transportweg für Baumaterialien. Der Gehölzbestand entlang des Kanals ist eingetragenes Biotop, der Kanal selbst steht als Teil des Baudenkmals Schleißheimer Kanalsystem unter Denkmalschutz.



5) Würmschleife
Für den Bau der Bayernwerkstraße wurden insgesamt 2,5 ha Ausgleichsflächen geschaffen. Es wurden ca. 2300 Bäume verteilt auf 3 Ausgleichsflächen an der Würm, am Wehrstaudenbach und am Eichinger Wäldchen gepflanzt. An der Würm wurde zudem ein Seitengerinne angelegt. Der Bund Naturschutz setzte sich nachhaltig für eine Anbindung des Seitengerinnes an das Hauptgewässer ein. Dadurch hat er eine besondere Beziehung zu dem neu geschaffenen Paradies:

„Der Spaziergänger kann in der Würmausleitung ein kleines Naturparadies erleben. Das Wasser sprudelt von Stein zu Stein und macht wunderbare Geräusche. Im Bach tummeln sich unendlich viele Lebewesen und in der Luft schwirrt es von Insekten. Insbesondere die Libellen erfreuen durch ihre Farbenpracht. Wunderbar schöne und auch seltene Pflanzen sind zu sehen. Und, und, und..

Es ist Natur, ja aber eine von Menschen geschaffene. Es wurde ein Umgehungsgerinne gegraben, mit Steinen bestückt und bepflanzt. Aber das ist nicht alles. Es muss ständig gepflegt werden, denn hier wollen Weiden und Erlen wachsen, die ständig ausgerissen werden müssen. Deshalb hat der Bund Naturschutz die Patenschaft übernommen. Er hat eine besondere Beziehung zu diesem Paradies.

Alle Naturfreunde hoffen, dass dieses Paradies allen Bürgern noch lange Freude und Erholung bieten wird. Es ist zu hoffen, dass auch Hunde und Kinder es genießen können, aber bitte nicht durch Unachtsamkeit zerstören, Hunde durch ihren Kot und Kinder durch Herumtollen.“

Ein kleines Stück flussabwärts hat sich ein Biber breit gemacht.



6) Wehrstaudenwiese
Von den früher im Dachauer Moos weit verbreiteten Streuwiesen sind in der Gemeinde Karlsfeld nur noch Relikte vorhanden. Eines davon hat sich erst vor wenigen Jahrzehnten an der Böschung eines Entwässerungsgrabens zwischen der Bahnlinie und der Würm angesiedelt. Die Streuwiese zeichnet sich vor allem durch das Blaue Pfeifengras und die seltene Knollige Kratzdistel aus. Letztere steht auch auf der roten Liste der gefährdeten Farne und Blütenpflanzen in Bayern. Daneben wachsen zwei Arten, die ebenso beurteilt werden müssen, nämlich der wohlriechende Lauch und die Sumpf-Gladiole. Schließlich sind hier mindestens 17 Arten bekannt, die nach dem Arten- und Biotopschutzprogramm für den Landkreis Dachau als kreisbedeutsam gelten. Um diesen kostbaren Streuwiesenrest zu erhalten kümmert sich der Bund Naturschutz seit dem Jahr 1977 um die Pflege, indem regelmäßig Sträucher zurückgeschnitten werden und die Wiese gemäht wird.



7) Schwaigerbachweiher
Die Verordnung des Landkreises Dachau über den geschützten Landschaftsbestandteil „Schwaigerbachweiher mit Obstgarten und Auwaldresten zwischen Münchner Straße und Würm in Karlsfeld, Rothschwaige“ trat am 29.10.2010 in Kraft. Vorausgegangen waren Anträge des Bund Naturschutzes und der Gemeinde Karlsfeld an das Landratsamt. Der Bund Naturschutz hatte im Vorfeld eine Studie über diesen schützenswerten Lebensraum im Ortsteil Rotschwaige erstellt.



8) Würmrenaturierung im Bereich Rotschwaige
Zwischen der Querung der Würm unter der Alten Münchner Straße und den nördlich davon gelegenen Siedlungsbereichen der Rothschwaige wurde auf einem 14 m breiten Streifen auf der westlichen Seite der Würm eine Gewässerrenaturierung als Ausgleich für die Bebauung "LIDL" durchgeführt. Die Länge des betreffenden Würmabschnittes beträgt ca. 270 Meter. Es wurden u.a. Gewässerbettaufweitungen mit Inseln und Stillgewässerzonen geschaffen.



9) Eschenallee
Die Eschenallee in der Alten Münchner Straße in der Rothschwaige ist aufgrund der Verordnung des Landratsamtes Dachau über Naturdenkmäler im Landkreis Dachau vom 08.07.1997 das erste und bisher einzige Naturdenkmal der Gemeinde Karlsfeld. Gemäß der Verordnung wurden ca. 150 Bäume, Baumgruppen und Alleen im Landkreis Dachau unter Schutz gestellt. In der letzten Aprilwoche 2010 wurden 17 Eschen nachgepflanzt. Die Kosten für die Nachpflanzung werden anteilig vom Landschaftspflegeverband Dachau und der Gemeinde Karlsfeld getragen. Die Nachpflanzung ist mit dem Bund Naturschutz abgestimmt worden, der eine Dokumentation der aktuellen Baumlücken in der historischen Escheallee aufgestellt hatte. Dabei wurde versucht, die historischen Standpunkte, wo möglich, zu berücksichtigen.



10) Karlsfelder See
Der Karlsfelder See entstand durch die Kiesentnahme der Deutschen Reichsbahn im Jahre 1940, als Kies für den Rangierbahnhof in Moosach benötigt wurde. Nach dem Krieg diente das Gewässer dem amerikanischen Militär bis ins Jahr 1968 als Übungsplatz für ihre Schwimmpanzer. In den Jahren 1971-1977 wurde der See vom "Verein zur Sicherstellung überörtlicher Erholungsgebiete" zum Badesee mit umgebendem Landschafts- und Erholungspark ausgebaut. Alles zusammen hat eine Größe von 58,2 ha.

Der Badesee selbst ist rund 28 ha groß, hat eine Länge von 980 m und eine durchschnittliche Breite von 250 m sowie eine Tiefe bis zu 10 m. Er wird von Süden her durch Grundwasser gespeist und hat an seinem Nordende zwei Ausläufe mit einem Durchlauf von zusammen 260 Litern pro Sekunde, wodurch eine theoretische Erneuerung des Seewassers innerhalb eines Monats ermöglicht wird.

Inzwischen gibt es im Erholungsgebiet 4,75 km angelegte Spazierwege einschließlich einer Rundwandermöglichkeit um den See, einen ca. 15 m hohen Aussichtsberg, einen Fischweiher, zwei Feuchtbiotope, einen Beachvolleyballplatz, einen Basketballplatz, Tischtennisplatten, zwei Bocciabahnen, zwei Sommerstockbahnen, 17 ha Liegewiese, einen Kinderspielplatz, einen Abenteuerspielplatz, einen Fitnessparcour, Grillplätze und zwei Gaststätten. Das alles erinnert an einen Rummelplatz. Trotzdem sind hier Natur und Erholung eine Symbiose eingegangen, so dass wir auch Natur genießen können, die neben den genannten Angeboten zur Freizeitgestaltung existieren kann. Insbesondere sind die Nebengewässer und der Berg an der Westseite ein relativ ruhiges Refugium. Zwischen Amphibienweiher und Feuchtbiotop liegt der Schallweiher. Er ist einfach eine aufgelassene Kiesgrube, die sich die Natur zurückerobert hat. Sie wird von Fischern und dem Biber genutzt.



11) Feuchtbiotop / Seeberg
Im Winter ist das Feuchtbiotop am Seeberg mitunter übersät von Spuren im Schnee, sodass der Gedanke einer Konferenz der Tiere greifbar ist. Tatsächlich ist die Konzentration der Lebensbereiche verschiedenster Pflanzen und Tiere an dieser Stelle sehr hoch. Bemerkenswert ist zudem, dass die Tiere den Menschen sehr nahe an sich herankommen lassen. Teichhühner brüten einen halben Meter vom Weg entfernt und Wacholderdrosseln auf der Kiefer über der Schautafel, Amseln hüpfen über den Weg und der bunt gefiederte Buchfink zeigt sich bei seinem typischen Gesang. Die Frösche haben keinerlei Scheu ihr Sexualleben zur Schau zu stellen. Zu stiller Stunde kommen Kaninchen und Igel aus ihren Verstecken. In aller Frühe bedient sich auch mal ein Eisvogel in diesem Paradies. Und, und, und,….

Da drängt sich die Frage auf, wie sich ein solcher Garten Eden neben einer ehemaligen Kiesgrube entwickeln konnte. An erster Stelle ist in diesem Zusammenhang der passionierte Naturfreund Josef Koller zu nennen, der in einem Tümpel am Seeberg Wechselkröten entdeckte und sie durch die Anlage eines Flachweihers beschützen ließ. Ihr Lebensraum wäre sonst durch die Rekultivierung des Karlsfelder Sees verloren gegangen. Später wanderten hier Teichmolche, Grasfrösche, Erdkröten sowie Wasser- und Seefrösche zu. Für diese Tiere räumten Mitgliedern des Bundes Naturschutz jahrelang in mühevoller Kleinarbeit das Verrottungsmaterial aus dem Weiher und die Feuerwehr pumpte bei Bedarf Wasser aus dem Karlsfelder See nach, bis sich die Gemeinde Karlsfeld 2001 zu einer Generalsanierung mit Lehmauskleidung des Bodens entschloss. Von einem Grundwasserschacht wurde eine Wasserleitung, versehen mit einer Zeitschaltuhr und einer Pumpe, gelegt. Nun erwachte das Biotop unter der Führung von Herrn Josef Koller zu neuem Leben.

Seit 2005 hat nun die Ortsgruppe des Bundes Naturschutz offiziell die Patenschaft übernommen und steckt viel Mühe in die Pflege dieses Juwels. Ohne diese Arbeit würde das Biotop in Kürze wieder verlanden. Damit ginge die Vielfalt verloren und das Schaufenster in die Natur würde sich schließen. Das wäre ein großer Verlust für das Naturerlebnis und Naturverständnis, welche die vielen Kindergruppen und Spaziergänger hier empfangen.

Aber daran denkt im Moment niemand. Ganz im Gegenteil wird weiter an der Ausweitung der Möglichkeiten zur Naturbeobachtung gearbeitet:

Zunächst wurde ein mit Wildrosen bepflanzter Wall unmittelbar neben dem Weiher, geschaffen, der das vom Berg abfließende Regenwasser zurückhält. Damit vergrößerte sich das Biotop um eine Hochstaudenflur und interessante Feuchtwiese.

Um den Kreislauf der Natur zu demonstrieren, bereicherte der Bund Naturschutz den Zugang zum Weiher mit einem imposanten, in Verrottung befindlichen Baumstamm. Ein aufgestelltes Insektenhotel und aufgehängte Nistkästen, darunter auch Fledermauskästen, veranschaulichen Brutmöglichkeiten von Tieren. Durch das Aufstellen einer umgestürzten Birke mit Spechthöhle und von Bibern angenagten Baumstämmen wird die Bearbeitung von Holz durch Tiere gezeigt. Nun ist noch ein Gehölzlehrpfad in Bearbeitung.

Durch das Nebeneinander von verschiedenen Pflanzen und Lebensräumen entstand ein Landschaftsbild, das Maler inspirieren könnte. Das Feuchtbiotop am Seeberg möchte Sie in sein Klassenzimmer der Natur einladen.



12) Amphibienweiher
1984 wurde in der Nordwestecke des Karlsfelder Erholungsgeländes auf dem Gelände einer nicht genutzten Wiese auf Bitten des Bundes Naturschutz ein Grundwasserteich ausgebaggert. Er war als Amphibienbiotop gedacht, wurde aber bald auch von anderen Tieren in Besitz genommen, welche die Amphibien stark zurückdrängten. Durch Laubeintrag wäre das Gewässer bald verlandet, würde der Bund Naturschutz nicht dafür sorgen, dass Buschwerk entfernt und das Laub aus dem Weiher gefischt wird. In sehr trockenen Sommern, wenn das Flachgewässer auszutrocknen droht, wird dann auch mal die Feuerwehr zu Hilfe gerufen, die Wasser aus dem Karlsfelder See nachpumpt.



13) Moosgraben
Als Ausgleich für den Neubau des Fachmarktzentrums an der Münchner Straße wurde der Moosgraben und der südliche Uferbereich umgestaltet. Vorrangiges Ziel der Maßnahme ist dabei eine Verbesserung des Lebensraumangebots für die bedrohte Libelle „Helm-Azurjungfer“, die hier ihr größtes Vorkommen in Bayern hat. Eine Tafel am nördlichen Uferbereich informiert über das Vorhaben. Fußgänger und Hundebesitzer werden gebeten, den nördlich des Moosgrabens gelegenen Fuß-und Radweg zu benutzen, da die Ausgleichsfläche als Rückzugsgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten angelegt wurde.



14) Bahnausgleichsfläche
Die Ausgleichsfläche der Bahn für den Bau der ICE-Strecke München-Nürnberg wurde im Jahr 2004 angelegt. Im Bereich des Naturschutzgebietes „Schwarzhölzl“ wurde eine 2,6 ha große Ackerfläche durch Geländemodellierung sowie Bepflanzung ökologisch umgestaltet.



15) Krenmoosbiotop
Im Jahr 2009 legte die Gemeinde Karlsfeld als Ökokontofläche im Krenmoos am westlichen Rand des Schwarzhölzls auf einer Fläche von 0,89 ha ein Feuchtbiotop an. Es wurde Oberboden abgeschoben und ein dauerhaft grundwassergespeistes Stillgewässer geschaffen. Die Gemeinde setzte damit eine Anregung des kürzlich verstorbenen Vogelschützers Josef Koller um. Nach Beendigung der Maßnahme kartierte Josef Koller im Laufe eines Jahres 115 verschiedene Vogelarten.



16) Waldlehrpfad
Seit Oktober 2005 verfügt die Gemeinde Karlsfeld über einen eigenen Waldlehrpfad. Er befindet sich in einem Waldgrundstück südlich des Wasserwerkes und beginnt am Spielplatz am Feldmochinger Weg. Auf dem 1,4 ha großen Grundstück war im Jahre 1991 eine Erstaufforstung bestehend aus Eichen, Kirschen, Bergahorn, Eschen und Linden durchgeführt worden. Im Zuge der anfallenden nötigen Durchforstung bot es sich an, einen Waldlehrpfad anzulegen. Der Pfad wurde am 07.07.2004 im Bauausschuss beschlossen. Gemeinsam mit dem Forstamt, Herrn Knierer, wurden 15 verschiedene Baumarten ausgewählt, die anhand von Tafeln erklärt werden. In der heutigen Zeit ist es besonders wichtig, Kindern und auch Erwachsenen Natur nahe zu bringen. Die Gemeinde Karlsfeld hofft deshalb, besonders für Schulklassen und Kindergärten ein attraktives Angebot geschaffen zu haben.



17) Naturschutzgebiet Schwarzhölzl (Vorwiegend Gebiet der LH München)
Das Schwarzhölzl und die umgebende Mooslandschaft ist eines der einigermaßen gut erhaltenen Relikte des Dachauer Mooses, das sich noch um das Jahr 1900 von Aubing über Karlsfeld bis nach Freising erstreckte. Nach der allmählichen Trockenlegung seit 1800 und der Aufgabe der Mahd siedelten sich im Bereich des heutigen Schwarzhölzls Kiefern an, die sich nach und nach zu einem Wald verdichteten und durch ihr dunkles Aussehen, insbesondere im Gegenlicht, dem Gehölz zu seinem heutigen Namen verhalfen.

Ab 1970 wurde durch den Bau der Ruderregattastrecke für die Olympischen Spiele in München massiv in den Naturhaushalt des Schwarzhölzls eingegriffen. Der Grundwasserspiegel sank bis zu zwei Meter ab. Dadurch zersetzte sich der Torfboden, so dass die Mooroberfläche absank und die Wurzelbereiche der alten Kiefern freigelegt wurden. Damit wurde auch die Kiefernverjüngung unterbunden, was eines Tages zu einem Wandel des Waldbildes führen wird.

Auch der Schwarzhölzlberg geht auf die Olympiade zurück. Aushub des Regattasees wurde hier zu einem Berg aufgeschüttet. Damit entstand ein neuer Lebensraum, auf dem durch Mähgutübertragungen vom Lochhauser Sandberg und der Garchinger Heide trockenheitsliebende Arten angesiedelt werden konnten, wie Deutscher Backenklee, Frühlings-Enzian und Weidenblättriges Ochsenauge.

So gewann das Schwarzhölzl immer mehr an Reiz. Für uns Karlsfelder ist es ein Stück Heimat geworden, obwohl es eigentlich zu München gehört. Vielerlei Tierarten leben hier, insbesondere seltene Vögel. Die Pflanzenvielfalt ist groß und interessant. Dem Karlsfelder Naturschützer, Josef Koller, Mitglied im Bund Naturschutz, lag das Schwarzhölzl so am Herzen, dass er ein Buch darüber schrieb und alle Hebel in Bewegung setzte bis das Schwarzhölzl 1994 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Er bewachte es bis zu seinem überraschenden Tod im Mai 2010 wie seinen Augapfel.

Ein Dorn im Auge waren ihm jedoch unerwünschte Zuwanderer (Neophyten), wie Kanadische Goldrute, Indisches Springkraut, Schlanke Karde und Riesenbärenklau. Deshalb erwarb er sich die Erlaubnis Pflegemaßnahmen durchführen zu dürfen. Glücklicherweise fand er Freunde bei der Ortsgruppe im Bund Naturschutz, die ihn tatkräftig unterstützten und nun seine Pflege des Schwarzhölzls fortsetzen. Von Förstern und Naturschutzbehörden wird diese Arbeit sehr geschätzt. Bei einer Ortsbegehung bewunderten sie die Schönheit und Hochwertigkeit der neu entstandenen Biotope, wie Schwarzhölzlberg mit Trockenrasen, Dannerwiese und Türwinkelwiese.

Im Schwarzhölzl sind Naherholung und Natur eine Symbiose eingegangen. Dem Menschen stehen Naturschönheiten zur Erholung zur Verfügung und die Artenvielfalt kann sich besser erhalten und entwickeln als in der industrialisierten Landwirtschaft. Es müssen nur Menschen und Neophyten etwas im Zaum gehalten werden.



18) „Mückensee“ im LSG "Amperauen mit Hebertshauser Moos und Inhauser Moos"
Mit Verordnung des Landkreises Dachau über das Landschaftsschutzgebiet(LSG) „Amperauen mit Hebertshauser Moos und Inhauser Moos“ vom 11.07.1983 wurde u.a. auch der Gebietsumgriff des kleinen Sees nordwestlich des Naturschutzgebietes Schwarzhölzl unter Landschaftsschutz gestellt. Landläufig wird er als „Mückensee“ bezeichnet. Derzeit finden sich dort Hinweise auf den Biber



19) FFH-Gebiet
Gemäß der Flora-Fauna-Habitat (FFH-) Richtlinie stehen im Gemeindegebiet Karlsfeld einige Bäche und Gräben unter europäischem Schutz (Tiefengraben, Moosgraben, Teile des Krebsbaches, Saubach, Teile des Dachau-Schleißheimer Kanalsystems).